Natürlich gehe auch ich gerne Einkaufen. Am liebsten Bekleidung. Doch auch ich frage mich oftmals wofür. Für einen kleinen Moment der Befriedigung. Aber was geschieht danach? Der nächste Einkaufsbummel folgt schon bald und wieder hebt sich der Zwang auf, etwas neues besitzen zu müssen und immer ist etwas anderes besser, als das was wir besitzen. Wir nennen uns Mode – und – Umweltbewusst. Passt das überhaupt zusammen?

 

Ein ganz normaler Freitag Nachmittag, nach Schulschluss besuche ich noch einmal den Limbecker Platz in Essen, bevor ich nach Hause fahre. Ich betrete das Lieblings Mode Geschäft meines Herzens. Stöbere durch und entdecke ein Shirt für 15 Euro. Ein relativ „normales Basic Shirt“ – bloß mit Print. Selbstverständlich denke ich in diesen Situationen nicht weiter nach und nehme den stetigen Weg zur Kasse und bezahle. Das Glücksgefühl macht sich breit. Schließlich denke ich mir, dass ich nicht bei H&M bin. Das erste Ausführen des hübschen Shirts erweist sich als Bereicherung. Doch bleibt es so? Werde ich nun jedes folgende Mal ein Glücksgefühl verspüren, sobald ich dieses Shirt trage? Na wenn es doch so wäre, hätte ich es doch bei all meinen Bekleidungsstücken die auf meiner Kleiderstange hängen. Natürlich ein gutes Outfit erfreut den Tag schon am frühen Morgen. Doch dieses typische Glücksgefühl eines neu getragenen Shirts schwindet und nach zwei Wochen muss auch schon was neues her. Sind wir eigentlich nur scharf auf das Glücksgefühl oder denken wir wirklich bloß, dass es schnell langweilig wird? Oder doch beides miteinander vermischt?

Kommen wir nun zum eigentlichen Punkt. Kann ein jemand sich das Attribut eines Umweltbewusstseins aneignen, obwohl er liebend gern einkaufen geht? Dafür sollte erst einmal die genaue Definition von Umweltbewusst thematisiert werden. Aber das würde hier den Rahmen sprengen, also versuche ich mich auf das wesentliche zu konzentrieren. Fakt ist, dass die Menschen in verschiedenen Varianten „der Umwelt etwas gutes tun wollen“. Statt die Plastiktüte, greifen sie ganz verständlich zur Papiertüte, was ja wohl totaler Firlefanz ist bezüglich dem minimieren seines Fußabdrucks. Sie kaufen Bio, statt regionale Lebensmittel. Mag vielleicht gut sein, darüber lässt sich ebenfalls groß diskutieren. Für mich ist Bio um ehrlich zu sein, einziger Humbuk. ( Aber das ist ja eine anderes Thema.) Das nur als Beispiele. Keine Frage die Liste könnten wir hier unendlich weiter führen. Doch steht nun immer noch die Frage offen, ob Mode – und – Umweltbewusstsein etwas gemeinsames haben können. Abgesehen davon, dass das Bekleidungsstück oftmals eine lange Reise auf sich nimmt bis sie endlich bei uns im Schrank hängt. Zusätzlich werden Unmengen an Pestiziden in die Luft frei gegeben, um die Baumwollpflanze vor Ungeziefer zu schützen. Auch hier stehen wir wieder vor der qualvollen Frage, ob man stattdessen lieber Biobaumwolle nehmen sollte, da die Handhabung der Pestiziden angeblich geringer sein soll. Allerdings sollten wir auch bedenken, dass wir im Kapitalismus leben und die Industrie uns eigentlich von vorne bis hinten auf den Schlips tritt.

Also Mode und Umwelt? Meines Erachtens nach kann man nicht sagen, dass jemand der einen Lebensstandart auf ein hohes Maß an Umweltbewusstsein lebt, dazu aber jede Woche etwas kauft, nicht beides miteinander verknüpfen kann. Allerdings was heißt das schon? Mit  dem Handeln des Menschen wird der Umwelt geschadet. Also könnte man auch eigentlich weiter einkaufen, nur eben weniger und in einem bedenkterem Rahmen, in dem man sich genau vor Augen hält, ob man den gewünschten Artikel nun unbedingt benötigt, oder es nur der Kaufrausch vorgaukelt.

 

Zu erwähnen ist natürlich, dass es auch vegane und fair produzierte Bekleidungsstücke gibt. Quasi die „grüne Mode“. Allerdings heißt vegan nicht unbedingt fair produziert und andersrum eben auch nicht. Oder ganz simpel die Second – Hand Variante. 

Ich muss aber zugeben, dass ich manche Schuhe von Veja recht hübsch anzuschauen finde.  

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