Der Vorschlag eine imposante Ausstellung im Museum zu besuchen, klingt für viele erst mal langweilig, triste und wird als völlige Zeitverschwendung empfunden. Wer aber, so wie ich, ebenfalls nicht vor dem Gang ins Museum schart, den dürfte diese kleine, aber feine Liste im Kreise von Düsseldorf, Duisburg, Essen und Oberhausen mit den neuesten oder schon vorhandenen Ausstellungen im Jahre 2016 interessieren. 

Düsseldorf

– Im K21 – The Problem of God bis zum 24. Januar 2016

„The Problem of God“ zeigt  in Form von Fotografie, Gemälde,- Papier,- und Glasarbeiten, Video – und Filmarbeiten , zum Teil für besagte Ausstellung geschaffene Rauminstallationen, wie sich die christliche Bildtradition weltumfassend als Kulturgut im säkuralen Kontext entwickelt hat. „Vielmehr entfalten sie komplexe Geschichten und Bilder, die sich differenziert mit christlichen Motiven, Themen oder Fragestellungen auseinerandersetzen. Die Ausstellung handelt daher weder von sakraler Kunst, noch von Religiosität im Allgemeinen.“ Die vielfältigen Themensgebiete, wie etwa die Grundfragen des Lebens und den damit einhergehenden philosophischen Fragen veranlassen die Beschäftigung sich mit Religion und Glauben, der Kunsthistorischen Tradition und aktuellen Gesellschafspolitischen Themen zu befassen. 

–  Die Agnes Martin Ausstellung im K20 bis zum 6. März 2016

Agnes Martin’s Werke gelten als minimalistisch, aber auch expressionistisch. Mit ihren Werken, die meist mit horizontalen oder vertikalen Linien geprägt sind, weisen meist eine gitterartig, strukturiete Fläche oder gegliederte Streifen auf. Der oft verwendete Grafit – oder angewandte Farbstifte stellen eine auszeichnende Komposition von grau – und zarten Pastelltönen her. 

Ein wahres Sehvergnügen, wirklich wahr.

– Horst: Photographer of Style im NRW Forum vom 12.2.2016 bis zum 22.5.2016

Horst P. Horst gilt neben Richard Avedon und Irving Penn als bedeutenster Modefotograf des 20. Jahrhunderts. Eine umfassende Retrospektive wird ab Februar im NRW Forum zu bestaunen sein. Mit über 250 Werken in 60 Jahren wird die Ausstellung komplettiert. Darunter sind Fotografien von seinen berühmtesten Werken als Vogue – Fotograf, Portraits von Marlene Dietrich, Rita Hayworth, aber auch surrealistische Natur – Aufnahmen, als auch Reisebilder zu entdecken.

– Die neue Veranstaltunsreihe im NRW Forum startet mit der ersten Ausgabe am 19. Februar 2016 mit dem „Internet Cat Video Festival“ 

Nach der monatlichen Veranstaltungsreihe „1UP – Das Live Magazin für Ideen“ folgt nun die neue Veranstaltungsreihe „Internetstadl – das lustige IRL-Fest der Netzkultur seit 2016“.  In der ersten Ausgabe kommt erstmals das „Internet Cat Video Festival“ nach Deutschland. Dort werden die besten und lustigsten Katzenvideos im Netz präsentiert, als auch der „Golden Kitty-Award“ für das beste deutsche Katzenvideo verliehen.

 

Essen

– Jim Dine – About the Love of Printing im Museum Folkwang bis zum 31. Januar 2016

Jim Dine zählt neben Roy Lichtenstein, Andy Warhol und Wayne Tiebaud zu den Mitbegründern der Pop Art. Diese Retrospektive bietet rund 250 Werke zur Veranschaulichung seiner druckgrafischen Techniken, bis hin zur Bearbeitung der Druckplatten mit einer Kettensäge. Als Krönung dieser Ausstellung bietet sie Werke seines jüngsten Schaffens, die im Frühling 2015 entstanden sind. Diese Meisterwerke kommen ohne bestimme Motive aus, da seine große Lust am Umgang mit Farben, Flächen, Formen und Strukturen in den Mittelpunkt geraten. 

– Otto Steinert: Absolute Gestaltung bis zum 28. Februar 2016 im Museum Folkwang

Am 12. Juli wäre Otto Steinert 100 Jahre alt geworden. In diesem Sinne ist ihm die Ausstellung gewidmet. Steinert stellten einen der einflussreichsten Fotografen der Nachkriegszeit dar. Mit seinen Fähigkeiten fotografisches zu Schaffen, beleuchtet aus der Fähigkeit seiner Einflussreichen Schrift „Über die Gestaltungsmöglichkeiten der Fotografie“, die er im Anhang  seiner 2. Ausstellung der Subjektiven Fotografie 1955 im Katalog veröffentlichte.

„Die Ausstellung macht anhand von Steinerts Meisterwerken aber auch unbekannteren Bildern anschaulich, wie sehr der Wortführer der westdeutschen Nachkriegsfotografie das große unvollendete Kapitel der fotografischen Abstraktion zum Fluchtpunkt seines Schaffens machte: An die Stelle der Abbildung von Wirklichkeit setzte Steinert die Autonomie einer eigenen Bildwirklichkeit.“ 

– Thomas Prochnow “ Der zweite öffentliche Raum – Eine Werkauswahl“  auf Zeche Zollverein 

Am Samstag, dem 30.1.2016 bietet der Künstler um 14 Uhr eine öffentliche Führung an. Diese Kunstführung ist etwas ganz besonderes, da Thomas Prochnow normalerweise nicht an die Orte zurück kehrt, die er künstlerisch veränderte.  Seine Kunst besteht darin, verlassene  Orte, wie funktionslose Bauwerke, Rudimente des Industriezeitalters, Bunker und alten Abrisshäusern „einen neuen öffentlichen Raum“  zu verleihen. In diesen Räumen befinden sich seine Arbeiten, die entweder einfarbig oder in prächtiger Farbigkeit in Formen der Geometrie entstehen. 

– 4. Europäische Kunstaustellung auf Zeche Zollverein XII, Halle 12

Die Städte Essen und Herne veranstalten in diesem Jahr die 4. Europäische Jugendkunstausstellung. An diesem Projekt nehmen junge Leute im Alter von 14 bis 23 Jahren teil, dessen künstlerische Potenziale gefördert werden. Neben Essen und Herne nehmen auch europäische Städte, wie Grenoble/Frankreich, Tampere/Finnland und Zabrze/Polen teil. 

 

Duisburg

-„Tausend und eine Flaschenpost“ von Joachim Römer im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt 

Der Künstler Joachim Römer hat eine ganz besondere Beziehung zum Rhein. Ihn inspirieren nicht nur die Tiefen und Wellen des Rheins, sondern auch die ausgedehnten Spaziergänge und vor allem die Flaschenpost. Die mittlerweile 1554 Exemplare werden in einer großangelegten Rauminstallation präsentiert und die in den Flaschen enthaltenen Texte sorgfältig in Hefte übertragen und im Begleitheft können die Besucher „Sehnsucht ziehe mich dahin, wo ich hinhöre“ die Nachricht jeder einzelnen Flaschenpost lesen. 

 

Oberhausen

– Wunder der Natur – Die intelligenz der Schöpfung  im Gasometer in Oberhausen vom  11. März bis zum 30. Dezember 2016

Die Ausstellung „Wunder der Natur“ zeigt, wie Tiere und Pflanzen die Erde zu einem einzigartigen Ort des Lebens machen. Sie führt bildgewandt die Intelligenz und Vielfalt dar.  Außergewöhnliche Fotografien und Filmausschnitte „erzählen von ungewöhnlichen, sinnlichen Fähigkeiten und genialen Strategien im Kampf ums Dasein, von der Vielalt der sexuellen Rituale, dem Reichtum sozialer Beziehungen und dem Vermögen, mit anderen Arten zusammen zu leben“. Der Spektakuläre Höhepunkt dieser Ausstellung ist eindeutig die Ausstellung der Erde selbst im großen Innenraum des Gasometers. Dort wird der Blick auf eine 20 Meter große Erdkugel, die im 100 Meter großen Innenraum schwebt, gewährt. Der Besucher erlebt die Faszination der Jahreswechsel, als auch von Tag auf Nacht aus Sicht eines Astronauten. 

– Regina Relang: „Inszenierte Eleganz“ Reportage – und Modefotografie von 1930 bis 1970 in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen vom 22. Mai bis zum 18.September 2016

Während ihren reisen durch Südeuropa begonn Regina Relang ihre Karriere in den 1930er Jahren in Paris. In der Nachkriegszeit avancierte sie zur führenden Modefotografin Deutschlands. Sie fotografiert unter anderem für Christian Dios oder Saint Laurant. Sie hat ihren ganz eigenen fotografischen Stil, in dem sie Mode -und Reportagefotografie verbindet. Sie setzt die neuesten Kollektionen in einen alltäglichen Kontext. Erstmalig ist die Ansammlung ihrer Werke außerhalb des Münchener Stadtmuseums zu sehen. 

 

 

 

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