Bin ich eine Feministin? Diese Frage stellte ich mir schon sehr oft. Definitiv habe ich feministische Ansichten. Doch mich als solche zu betiteln lag bisher in weiter Ferne. Vielleicht weil die Bezeichnung so ausdrucksstark ist. Aber warum eigentlich? Es definiert die eigene Haltung gegenüber bestimmten Themen. Es heißt nicht alles so hinzunehmen, wie ein Teil der Gesellschaft es will. Es bedeutet selbst nachzudenken. Was wir natürlich immer machen sollten. Doch nehmen wir ein Beispiel, das sich kürzlichst ereignete: Im Fitnessstudio gab es vor Weihnachten eine Fittnessgeschenkbox zu kaufen, um sie an Weihnachten zu verschenken. Diese Box beinhaltet einen Monat kostenloses Training im Fitti. Jedenfalls ging ich zum Trainer und befragte ihn nach erwähnter Box und er entgegnete „Warum schenkst du deinem Freund das? Das muss doch andersrum sein!“ Also das ist ja nicht böse gemeint, aber ich verstehe die Aussage nicht. Warum? Warum muss das so sein? Wenn ich einem Mann diese Box schenken möchte, dann mache ich das. Das ist ja jetzt auch nur ein ganz banales Beispiel.
Ein weiteres Beispiel, das ich letztens schon in einem anderen Beitrag erwähnte. Als ein Typ beim Kneipen Schach Spiel meinte „Gegen eine Frau Schach zu spielen ist doch keine Herausforderung“. Ich habe meinen Schachpartner noch im selben Spiel Schachmatt gesetzt!
Wenn ich mir die Haare kurz schneiden würde, dann mache ich das ebenfalls. Da braucht keiner sagen „Mit langen Haaren siehst du besser aus“, ohne das ich nach der Meinung fragte. Das passiert ja beispielsweise auch sehr häufig. Aus eigener Erfahrung und aus Erzählungen einiger Frauen.
Nach längerem sinnieren kam ich zu dem Entschluss und der Fragestellung „Warum soll ich mich nicht als Feministin bezeichnen?“ Ist doch eine ehrenwerte Bezeichnung. Zu Weihnachten habe ich ein Buch von Simone de Beauvoir bekommen. Ich bin schon auf den Inhalt gespannt!
Falls die Frage auftauchen sollte, nein ich finde Männer nicht blöd. Männer sind toll. Nur so eigenartige Sitten finde ich unnötig. Abgesehen davon geht es im Feminismus nicht darum, dass die Frau auf ein Podest der Machterhebung gestellt wird, sondern viel mehr das Mann und Frau gleichgestellt werden. Wenn ein Mann beispielsweise seine Gefühle zeigt und vielleicht sogar weint wird ihm sicherlich vom ein oder anderen gesagt „Sei mal ein Mann und wein nicht“. Ein Mann darf genau so offen seine Gefühle zeigen, wie eine Frau. Über die Jahrzehnte hat der Feminismus sehr viel erreicht. Es gibt viele Leute die sich fragen, warum es ihn heute noch geben soll. Ganz einfach, solange Sexismus und Unterdrückung vorhanden sind, sollte jeder Feminist sein. Keiner möchte unterdrückt werden, weder der Mann, noch die Frau. Vielleicht sagen einige es ist ein #firstworldproblem. Doch da könnte ich eine ganze Menge anderer „Problemchen“ auflisten. Abgesehen davon sollten Frauen, die ein oder gar mehrere Kinder haben, das Recht haben zu arbeiten, ohne als „schlechte“ Mutter tituliert zu werden. Jeder sollte probs an sie ausrichten, wenn sie hart arbeitet und ihre Freizeit mit den Kindern verbringt. Ganz davon abgesehen sollten Männer und Frauen gleich viel verdienen! Oder was sagst du dazu?

 

 

 

 

 

 

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