Vielleicht hast du ja auch schon vom kürzlich erschienen Film „Embrace“ gehört. Er lief für einen Abend in einigen ausgewählten Kinos. (Ich hoffe es wird noch weitere Möglichkeiten geben ihn online zu sehen – Für die, die ihn nochmals sehen möchten oder so wie bei mir, noch gar nicht gesehen haben.) Trotzdem habe ich mich mit dem Inhalt befasst und ein paar Interviews von Nora Tschirner geschaut. Es regte mich tatsächlich zum Nachdenken an. Obwohl ich mir insgesamt immer dachte, dass ich ein ganz normales Körperbewusstsein habe. Doch nun ist mir erst klar geworden, dass es nicht hundert prozentig der Fall ist. Gedanklich hatte ich oft etwas an meinem Körper zu bemängeln. Die einen werden jetzt wahrscheinlich denken „Die ist doch dünn. Was soll die schon zu bemängeln haben?“ Ein ganz banales Beispiel ist der auf Instagram bekannte Thigh Gap Trend. Ich sage ehrlich, dass ich es schön finde. Ein Punkt, den ich an meinen Oberschenkeln bemängel. Aber das ist doch Irrsinn. Etwas an meinem Körper zu bemängeln wegen „nichts“? Also ich meine, das ist ja NICHTS zwischen den Oberschenkeln. Kein Fett, dass sich ein bisschen aneinanderreibt. Aber das findet alles nur in meinen Gedanken statt. Nora Tschirner hat schon recht, wenn sie sagt, dass zu viel Zeit darauf geht über seinen eigenen Körper nachzudenken. Viel wichtiger, als der Schönheitsaspekt, ist unsere Gesundheit. Wir können froh sein, zu laufen, Gegenstände oder Menschen zu berühren, allgemein unsere ganzen Sinnesorgane nutzen zu können. Egal, wie eine Figur aussieht, irgendjemand hat immer etwas auszusetzen. Beispielsweise wird Lena-Meyer Landruth nach dem Schlag den Star Auftritt auf miese Weise im Netz aufgrund ihres „Kinderkörpers“ beschimpft. Wenn jedoch eine Frau ein paar mehr Gramm auf die Waage bringt, wird es ja auch wieder als unschön betrachtet. Ich bin der Auffassung, dass das gesellschaftliche Schönheitsideal erst durch die Werbung und dann durch Instagram perfektioniert wurde. Bei der Werbung ist man sich über starke Fotobearbeitung der Models bewusst. Instagram dagegen wirkt viel näher. Menschen, wie du und ich, die sich einfach nur ins beste Licht stellen und das schönste Bild auswählen. Dagegen ist natürlich auch gar nichts auszusetzen. Jeder möchte schöne Bilder von sich veröffentlichen. Wir sollten uns nur vor Augen halten, dass es nicht irgendein Schnappschuss, sondern eventuell doch das nach zwanzig minütiger Fotosession schönste Bild ist.
Nachdem mir bewusst wurde, dass es mir nicht unangenehm sein muss keinen Thigh Gap zu haben und es durchaus legitim ist ein kleines Bäuchlein hervorschauen zu lassen, fühle ich mich noch viel wohler in meinem Körper. Ich schätze mal, dass jeder irgendwann Cellulite und Falten bekommt. Die einen früher und die anderen in einem späteren Alter. Gerade kann ich sagen, dass ich meinen Körper schön finde. Und du kannst es  auch, wenn du dir bewusst machst, dass eigentlich nur der gesellschaftliche Druck auf diesem Gedankengang des Ideals steckt. Dementsprechend kann ich es vollstens nachvollziehen, wenn jemand unzufrieden mit seinem Körper ist. Sicherlich wird es auch mal wieder Phasen geben, in denen ich auch wieder etwas zu bemängeln habe. Aber wie schon erwähnt, es sind unsere Gedanken die uns steuern und manchmal zweifeln lassen. Andere Menschen nehmen deinen Körper vielleicht ganz anderes wahr. Und selbst wenn nicht, ist es auch egal. Das wichtigste ist,  dass du dich in deinem Körper wohl fühlst. Abgesehen davon beinhaltet Wohlfühlen sich manchmal auch einfach mit Chips und/oder Schokolade vor einen Film zu setzen. Oder Pizza!!
Genau so ein Thema, ist wohl die Haut im Gesicht. Wenn diese kleinen Pickelchen mal wieder mein Gesicht zieren, ist es mir mittlerweile egal. Sie kommen, sie gehen. Ist halt so. Denn es ist ja auch egal wie jemand aussieht, das innere zählt. Am Ende sind wir alle nur Menschen. Mit den relativ gleichen Bedürfnissen und Sorgen.

Photo by Lisa Schmidt

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