FAHRRADREISE

6. August 2017

Anfang Juli begaben mein Freund und ich uns auf eine Fahrradreise. Wir starteten im Ruhrgebiet und nahmen uns Hamburg als Ziel vor. Denn dort hat ein Freund von mir sein Praktikum absolviert. Somit hätten wir auch eine Unterkunft gehabt. Außerdem ist meine Cousine aufgrund ihres Studiums nach Hamburg gezogen. Es wäre sehr schön gewesen beide zu besuchen. Wir mussten die Reise vorzeitig wegen einer Achillessehnenentzündung abbrechen. Einerseits war das sehr sehr schade. Andererseits waren die paar Tage allein eine unfassbar schöne Erfahrung, die definitiv zu anderen Zeiten in einer längeren Tour wiederholt wird. Durch Deutschland und durch andere Länder. Es wird spannend. Ich freue mich schon sehr darauf. Auch auf unser Vorhaben solche Trips für ein Wochenende zu unternehmen. Es macht den Kopf frei und bringt eine riesen Portion Entspannung mit sich. Da die Natur in Deutschland sich optisch nicht so sehr wechselt und somit keine Reizüberflutung statt findet, wirkt das ganze auch noch sehr meditierend.
Durchschnittlich sind wir je nach Windlage und Art des Weges zwischen 12 und 18 km/h gefahren. Insgesamt sind wir um die 200km gefahren. Also längst nicht so viele wie wir eigentlich vor hatten. Eine Strecke nach Hamburg wären ungefähr 380-400 km und das auch zurück. Also eine Summe von rund 800 km. Als wir Zuhause ankamen erschwerte sich das Laufen zunehmend wegen der Achillessehnenentzündung. Weswegen es nur Sinn gemacht hat die Reise abzubrechen. Denn wären wir tatsächlich in Hamburg angekommen, hätte ich auf keinen Fall mehr laufen können und das wäre noch unschöner gewesen, als Zuhause kaum laufen zu können.
Obwohl wir nur ein paar Tage auf Reisen waren, war es unfassbar ereignisreich. Zum einen war es schön, so viel Zeit in der Natur zu verbringen. In der ersten Nacht habe ich sehr stark gefroren und generell haben wir keinen festen Schlaf gehabt. Als ich dann aber gegen sechs Uhr morgens das Zelt öffnete und einen wunderschönen Himmel erblickte, hat es die etwas unangenehme Nacht sofort wett gemacht. „Es lohnt sich“, dachte ich mir. Die Nacht war halt echt nicht cool, der Morgen dafür umso mehr. Die Sonne schien, die Stimmung war locker und gelassen. Wir packten unsere Sachen und fuhren voller Elan weiter. Wir haben regelmäßig auf unseren Körper gehört. Denn gerade wenn man sich auf einmal den ganzen Tag körperlich belastet, weiß man die Mahlzeiten noch mal mehr zu schätzen. Vor allem, weil wir merkten, dass der Körper das Essen zur Energie Lieferung benötigt. Da ich mir vorher eine Halterung für eine Trinkflasche an das Fahrrad montierte, war die Flüssigkeitszufuhr auch stehts schnell bereit ohne langes Suchen in den Fahrradtaschen. Ich habe auch die Handy Abwesenheit sehr genossen. Seit der Reise verbringe ich oft stundenlang ohne aufs Handy zuschauen. Am Anfang der Reise war mein Handy oft ausgeschaltet um Akku zu sparen. Wenn wir kurz anhielten, damit Jan-Bernd mit seinem gut ausgeprägten Orientierungssinn auf seinem Handy den Weg erforschte, dachte ich anfangs noch „Ich kann ja mal auf mein Handy schauen. – Ach, ne ist ausgeschaltet“. Die letzten zwei Tage war mein Handy während des Fahrrad fahrens angeschaltet und ich spürte überhaupt kein Verlangen „mal eben“ während kleinen Pausen oder der Weg Auskunft durch Instagram zu scrollen. Ich habe die Reise sehr genossen.
Während so einer Reise lebt man mit dem, was wirklich benötigt wird. Da ist kein Platz für eine große Kleider Auswahl. Die Kleidung sollte praktisch und so wenig wie möglich vorhanden sein, um Platz zu sparen. Desweiteren empfehle ich aber jedem wasserfestes Schuhwerk zu wählen. Denn es kann natürlich durchaus passieren, das es regnet und du durchgenässt bist. Zum anderen sind die Felder und Wiesen oft morgens nass und deine Füße inklusive. Je nach Wetterlage trocknet das auch wieder ganz schnell. Trotz aller Schönheit ist natürlich auch eine Fahrradreise nicht ohne Hürden. Gerade bei solch einer Art zu reisen, kannst du sehr stark merken, wie du aus deiner Komfort Zone heraus kommst. Das kann im ersten Moment sehr unangenehm sein. Aber alles ist eine Gewöhnungssache.

Nach der ersten durchgefrorenen Nacht, die Hände am erhitzten Topf erwärmen. Tat sehr gut 🙂

Auf dem Heimweg..

 

 

 

 

 

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